Eine Fahrkarte Wien - Stalingrad und zurück

Walther ZAWODSKY

Wahre Begebenheiten 1942 / 43
Gewidmet Ing. Helmut Zirbs zum 45. Geburtstag am 1. 3. 1997

Nach vielen Jahren habe ich meine Kriegstagebücher hervorgeholt und als oberstes lag das Buch mit der Aufschrift: „1942 – Stalingrad“. Da musste ich feststellen, dass mir nach mehr als einem halben Jahrhundert viel von dem entfallen ist, was ich damals erlebte bzw. erleben durfte. Viele werden diese meine Einstellung nicht verstehen können oder wollen, für mich aber waren es Erlebnisse, die meine Einstellung zum Leben geläuter und meine Erfahrung sehr bereichert haben.

Es war 2 Monate vor meinem 21. Geburtstag, als ich die Nachricht erhielt zur Wehrmacht einrücken zu müssen. Mir war vollkommen klar, was es bedeutete an die Front zu kommen, wo schon einige meiner Schulkollegen am Feld der Ehre für „Führer-Volk und Vaterland ihr Leben lassen mussten und die Heimat nie wieder gesehen haben. Ich hatte die felsenfeste Überzeugung, ich komme zurück, weil ich es meinen Eltern versprochen hatte. Einfach ein Absurdum, aber ich glaubte daran. Trotz meiner Einstellung wurde ich viermal verwundet. Ein Granatsplitter im Kopf zerfetzte mir die Schlagader, was das Leben hätte kosten können. Als Trost bekam ich aber dafür das Silberne Verwundetenabzeichen. Nach einer fünften Verwundung hätte ich das Goldene bekommen, aber bei meiner Bescheidenheit lies ich es bei vier Verwundungen bewenden. Jetzt kehre ich wieder zu meinem Kriegstagebuch zurück. Auf der vierten Seite lese ich: „Auf der Fahrt zum Arsch der Welt begleiteten mich: …„ Dann kommen neun Unterschriften meiner Kameraden und darunter steht: Gefallen in Stalingrad A. E. I. O. U …, einer kam zurück – ich.

Abgefahren bin ich am Dienstag, 20. 10. 1942 vom Nordbahnhof. Ich machte mir mit meinem Spezi in einem Abteil 2. Klasse gemütlich (damals gab es noch drei Klassen) und sperrte die Tür ab. Am übernächsten Tag waren wir in Krakau. In Krakau lebte einst der polnische Zweig meine Vorfahren mütterlicherseits. Ich erwähne das nur deshalb, weil ich als Kind immerwieder den gleichen Traum hatte, dass ich als Fünfjähriger in einer mir unbekannten Stadt in Polen mit einem alten Herrn, der einen hohen, rauhhaarigen Zylinder trug und einen langen, dunklen, glockigen Mantel anhatte, durch die Altstadt ging. Ich war ja noch klein, aber ich habe mich im Traum erinnert, dass ich einen Hut mit Krempe, dunkelbraun, der abgesteppt war, trug. Ich hatte einen dazu passenden Mantel, auch glockig geschnitten, an. Der alte Herr muss mein Grossvaterahne gewesen sein. Es war um ca. 1770. Im Traum war es immer gleiche Weg, den wir gingen. Ich kannte ihn schon auswendig. Jetzt aber wieder zurück zur Realität nach Krakau.

Es war sehr zeitig, als wir ankamen und der Anschlusszug nach Przemysl ging erst um 18:25 vom Hautbahnhof weg. Also hatte ich genug Zeit mir die Sehenswürdigkeiten der Stadt, den Wawel, das war die Burg, die historischen Tuchhallen und die Marienkirche anzusehen. Für mich war es sehr beeindruckend den berühmten Veit Stoß Altar in natura zu sehen. Veit Stoß war als Bildschnitzer und Hauptmeister der Spätgotik von Krakau und Nürnberg bekannt geworden. Da ich noch genug Zeit hatte, schaute ich mir auch die Altstadt an. Ich glaubte zu träumen. Da kenn ich alles, da war ich ja schon. Wenn das stimmt, dann muss, wenn ich weitergehe ein Platz kommen, wo zu linker Hand ein Haus steht mit Blickrichtung zu mir, in dem ein Kaufmannladen ist, der nicht ebenerdig, sondern im Halbstock untergebracht war. Zum Eingang des Ladens müsste eine Steintreppe führen, die am Haus angebaut war und von links und rechts zum Eingang führte. Am Strassenende stand ich dann auf dem Platz und links stand das Haus mit dem Laden und der Freitreppe zum Eingang. Ich blieb fassungslos stehen und es lief mir eiskalt über den Rücken. Das war der Platz, auf dem ich in einem meiner Vorleben als Kind mit meinem vermeintlichen Grossvater gegangen bin und was mir seit meiner Kindheit im Traum immer wieder erschienen ist. Auf der Fahrt nach Przemysl war ich sehr wortkarg. Ich grübelte über diese Begebenheit nach und da kam mir der Gedanke, ob vielleicht Erinnerungen, die im Unterbewusstsein gespeichert werden, vererbt werden können? Seither ist dieser Traum nie wieder in Erscheinung getreten.

Am Freitag, den 23. 10. 1942 kam ich um 6:30 in Przemysl an. Nach dem Polenfeldzug war die Stadt die Grenze zu Russland bis Hitler den Vertrag mit Russland gebrochen hat und Deutschland bis vor Moskau vorstiess. In ehemals russischen Teil war die Stadt arg zerstört. Da sah ich die ersten Soldatengräber. Auf einem Kreuz war ein Stahlhelm, der mitten vor der Stirn das Loch eines Einschusses hatte. Da wird man nachdenklich. Im Ghetto traf ich einen alten Mann, der von einem jungen Juden mit einem Holzprügel geschlagen wurde. Ich machte diesen Kerl zur Sau. Den Prügel nahm ich ihn weg, warf ihn über eine Ruinenmauer und zog meine Pistole. Ob er mich verstand, weiss ich nicht, jedenfalls schrie ich ihn an, als Jude nie mehr einen alten Juden zu schlagen. Als ich meine Pistole in Anschlag brachte, rannte er wie bessesen davon. Der alte Jud bedankte sich bei mir und wünschte mir noch broche und masseltof (Glück und Segen). Erst später erkannte ich die Gefahr, da diese Judenpolizei ja von der SS aufgestellt wurde. Ich hatte broche und masseltof.

Wegen der Sache mit diesen Juden war ich froh, als sich der Zug in Bewegung setzte und ich Przemysl hinter mir lassen konnte.

Um 17:35 fuhr der Zug ab, doch hatte ich vorher noch im Soldatenheim um 3 Zloty zweimal herrlich gegessen. Um 23:30 war ich schon in Lemberg, wo ich in der Frontleitstelle übernachten konnte. Am Samstag den 24. 10. 1942 mussten alle Soldaten, die auf der Fahrt an die Front waren, in der Früh zu einem Marsch durch Lemberg antreten, um den für Russland arbeitenden Spionen zu zeigen, wie schlagkräftig die Deutsche Wehmacht noch ist. Ich habe bei diesem „Rundgang einen Eindruck von dieser Stadt bekommen. Sie trug eindeutig den Stempel der alten Österreichisch - Ungarischen Monarchie. Sie war bei den Kämpfen relativ noch gut davongekommen. Nur hat man von den Synagogen viele zerstört. Von den 312.000 Einwohner waren 99 000 Juden, 35 000 Ukrainer, 2 500 Deutsche und 2 500 andere Nationalitäten. Polen lebten in Lemberg 173 000. Das war Lemberg die Hauptstadt von Galizien und Lodomerien in der alten Monarchie.

Mein Spezi der Maxl (Ing. Max Komlosy) verkaufte seine Uhr um im Puff genug Geld zu haben. Dieses Etablissement war in der Wienerstrasse 46. Es waren noch einige Kumpel mit. Nach einigen Minuten bin ich gegangen, denn ich hätte heulen können, als ich diese jungen hübschen Mädchen gesehen habe, die sich auf diese Weise ihr Geld verdienen mussten. Mir sind diese jungen Dinger nicht aus den Kopf gegangen. Ich war deprimiert. Maxl konnte das nicht verstehen. Am Hauptbahnof musste ich 3 Stunden warten bis der Zug um 21:30 abfuhr. Die Nacht war sternenklar, als wir die endlose Ebene der Ukraine erreichten. Neben den Geleisen lagen entgleiste Waggons und Lokomotiven. Auch ein russischer Panzerzug lag bombardiert neben den Schienen.

In Fastow, dem Verschubbahnhof von Kiew, mussten wir in einen Güterzug Richtung Dnjepropetrowsk umsteigen. Vorher waren wir noch im Soldatenheim essen. Ich hatte noch Zeit den Soldatenfriedhof zu besuchen. Um 16 Uhr stiegen wir ein und am nächstem Tag waren wir vor 12 Uhr mittags in Dnjepropetrowsk.

Die Verwüstungen waren arg, die Häuser waren ausgebrannt. Es war mir aufgefallen, dass es in der grösten Prachtstrasse keine Kaufhäuser oder Geschäfte wie bei uns gab, nur Sodawasserbuden. In der Mitte dieser Strasse war eine Allee, in der vor dem Krieg die Strassenbahn gefahren ist. Da entdeckte ich ein Kuriosum. Es gab hier zwei verschiedene Spuren für die Strassenbahnen, eine für Normalspur und innerhalb der Normalspur war nur rechtsein zweiter Schienenstrang für die Schmalspur. So wurden Garnituren mit Schmalspurtriebwagen und Normalspurbeiwagen und umgekehrt geführt. Ich studierte lange Zeit die komplizierten Weichen. Heute tut es mir leid, das nicht fotografiert zu haben. Dieser Boulevard verlief ca. 300 m neben dem Dnjestr. Ich musste zu diesem Fluss hinunter, da ich einem spleen von mir folgen musste, in jedes Wasser, bei dem ich zu erstenmal war, die Hand eintauchen. Das war ja nicht interessant, vielmehr aber das gigantische Dnjeperkraftwerk, welches dort errichtet wurde. Weiter sah ich dort eine zweistöckige Eisenbahn- und Strassenbahnbrücke, die beide Flussseiten miteinander verband. Am Rückweg zum Bahnhof liess ich mir von Besprisornikis für eine Schnitte Brot die Stiefel putzen. Um 19 Uhr ging es ab nach Rostow. Es war ein Güterzug, auf dem für eine Pioniereinheit Pontons verladen waren. Ich kroch mit Maxl unter einen Ponton und wir zündeten uns eine Kerze an, um die Stimmung in unserer Lage zu bessern.  Wir deklamierten abwechslend Gedichte und Balladen von Schiller und Goethe. Wenn wir unter unserem Ponton hinausblickten, sahen wir im Mondlicht zerschossene Panzer und abschossene Bomber neben der Bahn liegen. Es muss hier fürchterliche Kämpfe gegeben haben. Gesprengte Brücken waren durch Pionierbrücken ersetzt worden. Um 13 uhr sind wir in Rostow eingefahren.

Von Rostow ging es zurück nach Taganrog und von dort entlang dem Asowschen Meer nach Jasinowataja. Das Asowsche Meer war das erste Meer, das ich in meinem Leben gesehen habe. Ich war bitter enttäuscht, statt strahlend blau war es eine aufgewühlte braune Brühe mit weissen Schaumkronen auf den Wellen.

An den Anblick von den hunderten toten Russen, die neben den Geleisen lagen, hatten wir uns schon gewöhnt. Trotzdem dachte ich, dass jeder eine Mutter hatte, die noch nicht wissen konnte, dass ihr Kind als unbeerdigter Kavader neben einem Bahngeleis vermodern sollte. Da kam mir der Gedanke, dass es gar keine Feinde waren, sondern nur so arme Hunde wie wir selbst, die den Befehl hatten auf den anderen zu schiessen. Aus dem Selbsterhaltungstrieb waren wir ja dazu gezwungen. Entweder er oder ich. Auch ich hatte ja eine Mutter, die auf meine Rückkehr wartete. Als Soldat denkt man dann nur an sich.

Um 18 Uhr waren wir in Jasinowataja. Noch nicht erwähnt habe ich unseren Transportführer Ufz. Richter, der uns von Wien an die Front bringen sollte. Mit dem hatte Maxl immer eine Auseinandersetzung . Maxl hatte schon ein Jahr zuvor 1941-42 die Winterschlacht im Osten, mit entsprechendem Orden hinter sich, während Richter erstmals an die Front kam. Richter meinte den Befehl des Führers voll ausführen zu müssen und sagte immer „Jungs, Gepäck aufnehmen, wir müssen weiter.„ Da war er bei Maxl an die richtige Adresse gekommen. Er sagte zu ihn: „Sie degenerierter Affena …, wir fahren mit dem nächten Transport und ruhen uns aus. Sie werden noch früh genug einen kalten A… bekommen! Maxl hatte eine Schädelquetschung, da ein Panzer über sein Schützenloch fuhr und über ihm umdrehre. Daher durfte man ihn nicht reizen, was er auch vom Generalarzt bestätigt bekam. Also konnte er auch Richter seine Meinung sagen, der dagegen nichts unternehmen konnte. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte Richter erschossen, wenn wir ihn nicht zurückgehalten hätten.

Weiter ging es mit uns nach Lichaja, Morosowskaja, nach Tschirskaja. Hier war der Bahntransport für uns zu Ende. Man hat schon den Donner der Artilerieschütze gehört. Ein mulmiges Gefühl, aber das war erst der Anfang. Es sollte noch schlimmer kommen.

Am 1. 11. 1942 kamen wir in Tschirskaja um Mitternacht an, suchten wir die Frontsammelstelle und konnten sie aber nicht finden. Um 4 Uhr früh übernachteten wir in einem Haus ohne Türen und Fenster. Es war eine grauenhafte Nacht. Wir hatten keine Winterausrüstung und keine Decken. Bei Tag fanden wir die Frontsammelstelle. Es gab einen Fliegerangrif und ein Bombenhagel ging auf uns nieder. In den vorhandenen Schutzlöchern fanden wir Deckung. Wir krochen heraus und fanden in einem gut geheizten Offizierengebäude ein Nachtquartier. Wir warteten den ganzen Tag auf eine LKW Kolonne, die uns von Tschirskaja in ein 110 km entferntes Feldlazarett bringen sollte. Vergeblich. Wir fanden allerdings ein leeres bewohnbares Haus, in dem wir es uns gemütlich machten und gut einheizten.

Am Mittwoch den 4. 11. 19942 warteten wir ab 6 Uhr früh wieder auf ein Transportmittel. Um 12 Uhr kam ein französischer Sanka, der uns auf elenden Strassen zum Feldlazarett brachte. Uft. Richter blieb mit sieben Mann zurück und Maxl war unser Transportführer. Wir fuhren über ein Panzerschlachtfeld, auf dem über 80 zerschossene Panzer lagen. Da kamen wir an einem Einsatzflughafen vorbei, wo die Kampfbomber mit laufenden Motoren zum Feindflug bereitstanden. Im Feldlazarett haben wir nach zwei erfolglosen Tagen auf eine Weiterfahrt gewartet. Ziel war der Divisionsgefechtsstand, wo wir uns melden sollten. Meine Kumpeln Fellinger und Gocker mussten mit 40° C Fieber und Verdach auf Typhus ins Infektionszelt gebracht werden.

Inzwischen war schon Samstag, der 7. 11. 19942. Um 7 Uhr fuhren wir mit einem Sanka zur Division und um halb 3 mit einem LKW zum Hauptverbandplatz. Wir waren sehr übermüdet und übernachteten in einem Bunker. Am Morgen verabschiedete ich mich vom Maxl und den anderen Kumpls. Maxl kam zum 132. Grenadierregiment, ich zum 134., welches damals noch als einziges Regiment den Namen „Hoch- u. Deutschmeister tragen durfte. Ein paar Wochen später bekam die 44. Division, als Auszeichnung für Tapferkeit, den Titel unseres Regiments verliehen. Glaas kam zum 96. Artillerieregiment und Lämmermayer zu 80. Pionierregiment. Nun stand ich ganz allein da mit einem flauen Gefühl im Magen. Man hörte schon das MG Feuer, also war die Hauptkampflinie schon in unmittelbarer Nähe. Ich wurde vorher gewarnt, da der 4 km lange Weg bis zum Kompaniegefechtsstand, der am Steilufer des Don lag, in vorderster Kampfstellung war und volle Feindeinsicht hatte. Am Weg dahin war ein Grab, aus dem ein Fuss herausschaute. Auch tote Hunde lagen herum. Um mich nicht zu verirren, warete ich die Dunkelheit erst gar nicht ab und marschierte mit meinem Gepäck Richtung Gefechtstand. Das MG Feuer kam immer näher. Plötzlich war ich das Ziel der MG Schützen. Darauf war ich wohl vorbereitet, aber nicht gefasst. Ich haute mich flach hin, doch die Garben peitschten über mich drüber. Mein Gepäck schob ich vor mir her, aber der Ivan nahm mich so lange unter Feuer, bis ich bis zu einem Laufgraben gekommen bin, in dem ich mich hineinrollen liess. Aufrecht gehen konnte ich nicht, also musste ich mich in der Hocke weiter fortbewegen und das Gepäck am Riemen hinter mich nachziehen. Endlich erreichte ich den Bunker, in dem der Kompaniegefechtsstand war. Der Leutnant, bei dem ich mich meldete, begrüste mich herzlich und meinet nur: „Mensch, bei Tageslicht ist noch keiner bis hierher gekommen. Er hat mich zum 2. Zug eingeteilt und nach Einbruch der Dunkelheit zu allen unseren Stellungen geführ. Beim 2. Zug übergab er mich einem Piefke, Oberfeldwebel Schlöder, der an mir als Wiener einen Narren gefressen haben muss. Er schwärmte von Wien und ich musste ihm von Wien erzählen. Er kredenzte mir und sich ein Glas franz. Kognak. Prost! „Es wird 17:30, sie müssen bis 18:30 den Posten am LMG Stand übernehmen und zum Ivan Sperrfeuer hinüber legen, aber achten sie genau darauf, wo sie unten am gegenüberliegenden Ufer Feuer sehen.“ Meine Stellung hielt ich für uneinnehmbar, noch dazu, wo ja ich am MG stand. Den Mond hatte ich hinter mir. Also alles Leinwand. Ein Patronengurt nach dem anderem war leer. Bis … bis mich der Genosse von gegenüber im Visier hatte und mich mit einem Kugelhagel eindeckte. Ich ging in volle Deckung. Der Schutt, den er aus den Löswänden geschossen hatte, deckte mich ein. Aus der Hocke griff ich aufs MG hinauf und schoss zurück. Es war 18:30 und ich verputzte mich. Beim Zugsgefechtstand erfuhr ich, dass mein Gefechtstand Jonas 1 hiess und ich von 1/2 9 bis 1/2 10, von 1/2 12 bis 1/2 1 und von 1/2 3 bis 1/2 4 Dienst am MG hatte. Beim letzten Dienst hatte ich eine Ladehemmung und als ich die Klappe aufgemacht habe, da schlug der Hammer auf eine freiliegende Patrone und es gab einen Hülsenreisser. Ich war vollkommen taub. Nach über einer Woche kam das Gehör wieder zurück. Angeblich war die Ladehemmung durch die Kälte und das Dauerfeuer entstanden. Schliesslich hatte ich in kurzer Zeit 20 Gurte verschossen.

Inzwischen war Montag der 9. 11. 1942. Ich musste mit einem Zweiten vom Tross mit einem Pamjewagen MG Munition holen. Als ich hundemüde und ausgelaugt zurück gekommen bin, hat man mir freundlicher Weise mitgeteilt, dass ich zur 2. Kompanie versetzt wurde. Ich sollte mich bei San. Ufz. Budowinsky melden. Also zur nächsten Scheisse ging es weiter.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurde ich mit dem Verpflegungswagen zur Stellung gebracht, wo ich Oberfeld. Schlöder, der auch hierher abkommandiert wurde, getroffen hab. Der Empfang war herzlich. Wieder wurde über Wien gesprochen. Schlöder führte mich bis 2 Uhr früh wieder durch alle Stellungen. Mir langte es schon. Im Zuggefechtstand hab ich dann in einem Buker mit 2 Meldern Quartier bekommen. Bis 1/2 10 habe ich dann geschlafen, Briefe geschrieben und den Bunker gereinigt. Mit Ogfr. Feierle, einem Vorarlberger, mit einem Panjewagen Wasser für den Zug geholt. Ausserdem habe ich vom Tross meine Kamera und meinen Polster geholt. Kaum zurückkommen hatte ich bis 3 Uhr früh Nachtwache am Feldtelefon. Am Freitag den 13. 11. 1942 marschierte ich 3 km ins nächste Dorf Chmielewski zu Ufz. Budowinsky um Verbandmaterial und Medikamente. Am Weg kam ich in einen Granatwerferhagel. Also flach hinlegen, denn eine Deckung war nicht möglich. Granatsplitter haben meinen Tarnanzug am Rücken quer aufgerissen, aber mein Körper hat diesmal nichts abbekommen. Ein Gefangener (es war ein „Hiwi, ein russischer Überläufer, ein „Hilfswilliger, der bei uns Hilfsdienste versah) hat mich zum Batallionarzt gebracht, bei dem ich mich melden musste. Ich habe ihn dann wieder zurück gebracht, nicht den Arzt, den Russen! Am nächstem Tag führte mich Budowinsky ins Dorf und zeigte mir am Friedhof die Gräber meiner Vorgänger. Alles Sanitätsdienstgrade, die im meinem Kampfabschnitt gefallen waren. Ich kann nur sagen, dass mich das sehr aufgebaut hat. Einer der Gefallenen war der Bruder einer späteren Bürokollegin von mir. Als ich mit dem Ufz. zurück ging, kam ein Tiefangriff der Russen, der sich gewaschen hatte. Mein erster Gedanke war: „Jetzt bin ich der Nächste am Friedhof. Zu meiner Stellung zurückgekommen, habe ich von 12 bis 8 Wache gehabt. Dafür hatte ich ohne zu essen bis 12 Uhr geschlafen. Um 3/4 5 habe ich Essen geholt und von 6 bis 12 Mitternacht wieder geschlafen. Am nächstem Tag haben wir Pferdefleisch bekommen, wonach ich Magen- und Bauchkrämpfe hatte. Durchfall hatte ich auch, was aber kein Grund war, nicht Holzhacken zu müssen. Ich habe Wind bekommen, dass ich abkommandiert werden soll. Also habe ich ab 1/2 12 mein Gepäck zusammen gepackt. Um 1/2 5 habe ich mit Ogef. Feierle die Kampfstellung verlassen und wir mussten einen Hügel überwinden, der Feindeinsicht hatte. Der gute Mond, der so stille über den Abendhimmel zieht, hat uns wohlmeinend, um den Weg nicht zu verlieren, schön beleuchtet. Wie nicht anders zu erwarten war, hat uns der Ivan aus allen Rohren einen MG Hagel herüber geschickt. Hätte mich nur eine Kugel getroffen, dann wäre sie beim A… einmarschiert und dann nach Besuch meines Hirns durch die Schädeldecke wieder an die frische Luft gegangen. Brottasche, Karabiner und Tornister haben wir kriechend vor uns hergeschoben. Dann waren wir über den höchsten Punkt des Hügels drüber und für unsere Kameraden von der Gegenseite nicht mehr zu sehen. Beim Regimentarzt habe ich übernachtet und erfahren, dass ich am nächstem Tag bei der 3. Kompanie als Sanitätsdienstgrad das Krankenrevier für die frisch Verwundeten und neu Erkrankten übernehmen soll. Also dann zurück zur Hauptkapflinie. Der Apetit war mir vergangen, auf Essen hab ich verzichtet. Ich hatte 4 Mann im Revier, bekam aber während der Nacht 3 Neuzugänge. Um den Aufga-benbereich eines Sanitätsdienstgrades kurz zu erläutern. Um einen Sanitätsdienstgrad zu erreichen, muss man 3 Sanitätsausbildungprüfungen vor 3 Stabärzten ablegen. Jeder eingelieferte Verwundete muss zuerst eine Tetanusinjektion intramuskulär bekommen. Handelt es sich um unkomplizierte Steckschüsse, muss erst die Wunde gereinigt, die Wundränder mit der Schere ausgeschnitten und der Granatsplitter oder die Kugel mit der Kornzange herausgezogen werden.

Wenn keine Blutung eingetreten ist, kann vernäht werden. Tritt eine venöse oder arterielle Blutung ein, soll das nur ein Arzt abklemmen. Am übernächstem Tag ging ich auf die Visite. Etwas später ist der Stabarzt in die Stellung gekommen. Es war sehr viel zu tun. Ufz. Budowinsky hat mich im Bunker besucht. Am nästem Tag bis 10 Uhr vormitags ununterbrochen Wunden versorgt. Schweres Granatwerferfeuer auf unsere Stellung. Nach Simowski um Medikamente und Verbandmaterial gefahren. Erster Schnee. Einen Neukranken bei Granatbeschuss zu mir in den Bunker gebracht. Am Samstag den 21. 11. 42 war ich in den Stellungen auf Visite. Granatfeuer zwang mich zur Rückkehr zum Bunker. Im Revier MG Feuer auf meine Stellung. Mich erreichte soeben über das Feldtelefon ein Anruf, dass am unserer rechten Linie bei den Rumänen den Russen ein Durchbruch gelungen ist. Mich wunderte es nicht. Sie galten als feig, doch wofür sollten diese armen Hunde, die von ihren Offizieren geschlagen wurden, eigentlich kämpfen?

Am nächsten Tag war Sonntag. Ich bekam Tee mit reichlich Rum und habe noch schnell ein paar Briefe geschrieben. Dann ging ein Bombenhagel auf uns nieder. Angeblich sollte Feldmarschall Kleist mit seinen Panzern als Entsatzheer uns befreien. Alles waren nur Parolen, um uns die Hoffnung nicht ganz zu nehmen, aber alles war Schall und Rauch. Unsere 1. und 2. Kompanie wurde zur Einbruchstelle abkommandiert. Meine 3. kompanie musste alle verlassenen Stellungen der 1. und 2. Kompanie übernehmen. Es kam ein rollender Angriff nach dem anderem. Zwei Mann von mir mussten zu einer nicht besetzten Stellung. Keiner wusste, wo der Feind war. In diesem Durcheinander kam ein Russe zu mir, der die Orientierung verloren hatte und wollte verbunden werden. Ich versorgte ihn und sagte, dass wir hier Nemecky sind, er soll sich im Gebüsch verstecken und warten bis die Russen hier sind. Es kann nicht mehr lange dauern. Es kamen russische Kampfbomber und luden ab, was nur ging.

Eine Feldküche von uns musste fahrbereit gemacht werden, um sie aus dem Kampfgebiet zu bringen. Zwei Tage hatte ich schon nichts essen bekommen. Hinter uns ging eine Do-Werfer Batterie in Stellung und schoss mit ihren Orgelgeschützen zu den Russen hinüber. Wir wussten nicht mehr, wo sind wir und wo der Russe. Am Feldtelefon bekam ich die Nachricht, dass Eikhorn gefallen ist und die Leiche geholt werden soll. Ich sagte: lasst ihn liegen und deckt ihn mit Steinen zu. Ich kann meinen Posten nicht verlassen und jeden Augenblick kann die Meldung kommen, dass wir 12 km zurück müssen. Auch 2 Verwun-dete von uns konnten nicht geholt werden, da alles in Auflösung war. Der Feuerschein am Himmel war gespenstisch. Simowski und Chmelewski standen in Flammen. Einige kamen nach Radionow. Da setzte ein Bombenangriff ein. 3 Mann wurden verwundet. Unter ihnen Leutnant Knöbl aus Tadten im Seewinkel. Nach der Wundversorgung ist er in meinen Armen an innerer Verblutung gestorben. Er war ein prima Bursch, erst 26 Jahre alt. Viele Pferde mussten erschossen werden, da sie arg verwundet waren. Diese Nacht mussten wir bei eisiger Kälte im Freiem auf gefrorenem Boden übernachten.

Mittwoch, der 25. 11. 42. Alles ist schon abgezogen. Wir mussten als einzige Kompanie zurückbleiben und als Rückendeckung alle russischen Angriffe abwehren. Die Russen griffen an. Ein einziges Sturmgschütz preschte aus der Deckung am Waldrand hervor, schoss 2 russische Panzer ab und stoppte den Angriff der russischen Infanterie. In diesem Kampfgewühl tauchte plötzlich der Maxl auf und sagte mir nur: „Der Richter ist hin. Eine Granate hat ihn zerfetzt. So wie der Maxl aufgetaucht ist, versschwand er wieder im nächtlichen Kampfgetümmel. Das war meine erste Schlacht, wo man dem Feind gegenüber gestanden ist. Unsere Ausfälle waren enorm, doch meiner Zuversicht vertrauend hatte ich niemals Deckung genommen. Erst heute weiss ich, dass es auch anders hätte kommen könne.

Dann trat eine beklemmende Ruhe ein. Diese wurde nur von Zeit zur Zeit durch die Mark und Bein erschüternde Schmerzensschreie verwundeter Russen, die auf den Feldern lagen, unterbrochen.

Wir waren schon vollkommen ausgepumpt und fertig, als es plötzlich hiess: sofort aufbrechen und weitermarschieren Richtung Kalatsch., wo die letzte Brücke über den Don war, die um 3 Uhr früh gespreng werden müsste. Da wussten wir - der Kessel ist zu! Es gab kein zurück mehr!

Vor uns lag ein Weg von 72 km zu Fuss, um über den Don zu kommen. Es gab keinen Panje wagen, nicht einmal einen Handwagen. Wir schlepten Tornister, Stahlhelm, Gasmaske, LMG und die Munitionskisten.

Das Gelände war flach, der Mond war im Abnehmen, doch er gab genügend Licht. Wir hatten Blasen an den Füssen und waren fertig. Wenn es hiess: 10 Minuten Marschpause, dann fielen wir mit unserem Gepäck und den Munitionskisten hin und schliefen ein. Der Feldwebel, der ja nichts tragen musste, brachte uns mit Fusstritten wieder hoch. Jetzt geschah etwas, was zu unglaubwürdig erscheint, um für wahr gehalten zu werden. Uns entgegen schleppte sich im Mondlicht eine Kollonne, die sich genauso schleppte, wie wir. Wir sahen die nach oben spitzen Kopfbedeckungen russischer Soldaten aus dem Fernen Osten. Die sahen genauso, dass wir Deutsche waren. Uns blieb fast das Herz stehen und den Russen auch. Wir alle zitterten nur, dass keiner durchdreht und ein Schuss fällt. Es wäre ein Blutbad unvorstellbaren Ausmasses gewesen. Die Russen marschierten an uns vorbei, ohne uns wissentlich auch nur mit einem Blick zu streifen. Jeder war sich der unfassbaren Situation bewusst. Die Russen, als auch wir. Erst Kilometer später wagten wir einen Blick zurück. Das einzige, was ich hörte, war: „Gott sei Dank! Diesmal ist es noch gut gegangen. Dieses Erlebnis kann ich auch nach 55 Jahren nicht vergessen. Diesmal sind sich zum Glück nur Menschen begegnet und keine Feinde …

Wir erreichten am Rande des Zusammenbrechens die Donbrücke, über die wir drüben mussten. Es war nach 3 Uhr früh. Um 4 Uhr wurde die Brücke in die Luft gejagt. Der Empfang war alles andere als freundlich. Hier machte ich erstenmals Bekannschaft mit den Stalinorgeln. Im Schutz der Stalinorgeln machten die Russen einen Sturmangriff. Ich war übervoll mit Blut besudelt. Aber wer so in der Sch… drinnen steckt, der gewöhnt sich an alles. Es war der 2. 12. 1942. In der Nacht begann der Rückzug zur neuen Hauptkampflinie. 4 Stunden lang haben wir uns Erdlöcher gegraben, um den Rest der Nacht etwas geschützt verbringen zu können. Es war saukalt und ein Schneesturm trug das seinige bei. Am Morgen sind wir wieder in die vorderste Linie gezogen, wo man mir mitteilte, dass ich wieder in die 2. Kompanie überstellt werde. Da hiess es jetzt wieder Erdlöcher in den steinhart gefrorenen Boden zu graben. An Verbindungsgräben zu graben war vorerst nicht zu denken, da wir ja viel zu kurz vorher die Stellung erst bezogen haben. Da hörten wir auch schon das Kampfgeschrei der Russen: „urreee! Vor jedem Kampfangriff bekamen die Russen Wodka zu trinken, um sie besoffen zu machen. Als die erste Welle angriff, haben sie geschrien und Kampflieder gesungen. Im laufen haben sie wohl auf uns geschossen, aber wir aus der Deckung heraus waren im Vorteil. Dann wurden auch Panzer nach vorn geschickt, es waren alles T 34, die haben uns arge Verluste gebracht. Feierle wurde schwer verletzt. 3 Mann von uns sind gefallen. Ein Sturmgeschütz von uns wurde in Brand geschossen. Die Panzelschlacht verlagerte sich weiter nach rechts von unseren Stellungen und dauerte bis in die Nacht. Die russischen Flieger warfen aus ca. 300 bis 400 m Höhe während der Panzerschlacht Leuchtbomben ab, die an Fallschirmen langsam nieder gingen. Während dieser Zeit hatte ich Wache. Das Gelände war flach und durch die Leuchtbomben gut übersehbar. Ich habe kein einziges mal schiessen müssen. Dafür durfte ich nach der Wachablöse sofort weiterschanzen. Während dieser Nacht besuchte mich Fw. Schlöder und erzählte mir, dass er vom Regimentsstab die Nachricht bekam, dass General Mannstein mit seinen Panzern am Weg ist den Kessel zu durchbrechen und wir in etwa 2 Tagen mit der Befreiung rechnen können. Ich sagte Schlöder, dass diese Latrinengerüchte vom Generalstab verbreitet werden, um an diese Durchhalte-Parolen zu glauben. Als wir so miteinander redeten, ging eine Artillerieangriff los. Schlöder sagte, er muss so schnel wie möglich zu seinem Gefechtstand zurück. Später bekam ich die Nachricht, dass er am Rückweg von einem Granatsplitter schwer verwundet wurde. Seither habe ich von ihm nichtsmehr gehört.

Inzwischen schrieben wir den 4. 12. 1942. Es war Feitag. Es ist etwas ruhiger geworden. Da wir in der letzten Zeit viel mitgemacht haben, bekamen wir, die in der vordersten Linie gekampft haben, eine Sonderration: 1 Flasche Schnaps, eine Tafel Schokolade, Knäckebrot, Tee, 60 Zigaretten und ein warmes Essen. Was wir alle nicht wusten, sollte das unsere letzte Festmahlzeit sein. Von einer Befreiung durch General Mannstein mit seinen Panzern war nichts mehr zu hören.

Ich bekam den Auftrag mit einer GeKados (Geheime Kommandosache) ins Divisionskom-mando zu gehen. Das Diko war in Stalingrad in Bunkern eingegraben. Also bekam ich eine versperrte Aktentasche und im Brotbeutel etwas Verpflegung. Wo dieses Kommando war, wusste keiner. Na ja, eben in Stalingrad. Friss Vogel oder stirb. Aber für solche Sachen hatte ich einen 6. Sinn. Das Wetter war herrlich. Sonnenschein, kein Wind, nur normale Temperatur -30°C. Das Gewehr- und MG-feuer aus der Ferne war meine Unterhaltungsmusik. Unterbrochen wurde diese Idylle durch eine Werfergranate, die ca. 15 m vor mir als Blindgänger aufschlug und dann in etlichen Weitsprüngen davon sprang. Auch Granaten können einen guten Charakter haben. Wenn Tiefflieger daher gekommen sind, dann bin ich wie eine angewurzelte Vogelscheuche stehen geblieben. Ob sie mich gesehen haben, weiss ich nicht, vielleicht hatten sie bessere Ziele als ausgerechnet mich.

Auf dem Weg in die Stadt habe ich keinen einzigen Landser begegnet. Die werden alle in den gut getarnten Erdbunkern gelegen sein und auf den Sonnenuntergang gewartet haben. Es war ein mehr als ruhiger Tag. Als ich nach Stalingrad hineinkam, war alles zusammengeschossen. In den Trümern der Hausruinen haben sich die Kommandostäbe in den Kellern halbwegs bombensicher mit den Schreibstuben und Feldküchen eingegraben. Ich fragte dann einen Wachposten, wo der Stab der 44. Div. ist. Der Landser war kein Piefke, denn er sagte mir: „Hearst, um de Zeit geht nur a Hoiblustiger da heraustn spazieren, oba du hast a Masn, denn du stehst vurm Divisionsbunker (…um diese Zeit geht nur ein Verückter da heraussen spazieren, aber du hast ein Glück, den du …). Er lies mich nicht gleich eintreten, sondern verschwand erst in den dunklen Kasematten. Nach einer Weile holte er mich mit meinem Kofferl hinein. Ich machte einem Jungen Oberleutnant meine Meldung, der mir freundlicher Weise das Kofferl gleich abnehmen wollte. Doch ich durfte dieses nur einem Stabsoffizier gegen Übernahmebestätigung aushändigen. Ich machte meinen Abschieds-Servas und verschwand. Mit Intelligenz hätte ich den Rückweg nie mehr gefunden, so verliess ich mich auf meinen, zum Glück angeborenen, Instinkt und kam bei Einbruch der Dunkelheit und punktgenau bei meinem Stützpunkt in der HKL an. Kurze Zeit später hat der Ivan mit seinem Sperrfeuer seine Kugeln zu uns herüber geschickt. Man konnte die Schussrichtung genau verfolgen, da jede vierte Kugel eine Leuchtspurmunition war. Am Kompaniegefechtsstand teilte man mir, dass wir vor Sonnenaufgang die HKL räumen müssen, da die Front zurückgenommen wird. Mit täglichen Ausfällen konnten wir den Frontabschnitt nicht mehr halten und jeder Landser bricht einmal vor Übermüdung zusammen. Die Pioniere hatten die neue Stellung 3 km weiter hinten mit Laufgräben usw. gut ausgebaut. So haben wir uns dann zurückgezogen. Wir bekamen einen neuen Kompaniekommandanten. Leutnant Lauer von Schmittenfeld, Sohn eines Heizölbarons, dessen Betrieb noch heute existiert. Dieser junge Tuter von ca. 21 Jahren trug nur graue Seidenwäsche und verliess den Unterstand nur, wenn er sch… gehen musste. Die Kugeln waren ja sehr gefährlich.

Einmal, als ich Wache hatte, kamen 2 Landser in stockfinsterer Nacht von unserer Nachbarstellung hergerannt. Das Losungswort ADONIS wussten sie. Ich fragte sie, ob sie schon ganz deppert wären, ohne Stahlhelm durch das Sperrfeuer zu laufen. „Wohin wollts den überhaupt? - zum Kompanieschef - „der sitzt da drin und zerdruckt si seine Läus, die si im Seidenhemd versteck habn. Nach geraumer Zeit sind die beiden heraus gekommen, mit ihnen der Leutnant, der ihnen die Richtung zum Tross zeigte. Ich gab ihnen noch den Rat: „Wenns wieder kommts, da setzts euch wenigstens das Blechhäferl auf, denn da schiassens scharf! Herr Lauer von Schmittenfeld fragte mich dann: „Haben Sie die beiden Herr erkannt? - Nein! - „Das war General Paulus mit seinem Adjudanten!

Einige Tage später kamen von der Front her wieder 2 Männer gelaufen, die die Parole PARIS wusten und suchten den Kompanieschef. An den beiden gefiel mir etwas nicht. Ich konnte nicht sagen, ob es die Uniform war, oder sonst was. Als sie herauskamen, sprangen sie aus dem Graben und liefen eiligst in Richtung Feind. Es fiel mir auf, dass vom Zeitpunkt des Eintreffens der beiden bis zu deren Abgang kein einziger Schuss von den Russen herüber gekommen ist. Ich fragte Herrn Lauer, was die von ihm wollten. Sie wollten genau wissen, wie unsere Stellungen verteilt sind, wo MG-Stellungen waren, ob wir Pak hätten usw. Ich sagte Lauer meine Beobachtung, die er als lächerlich abgetan hat. Es wären 2 Panzeroffiziere gewesen, die am Morgen einen Panzerangriff auf die russische Stellungen machen wollen und durch unsere Stellungen durch müssen. Es stimmte alles haargenau, nur dass die Panzer von drüben auf unsere Stellungen zu kamen. Es war ein Panzer amerikanischer Herkunft „General Lee und zwei T 34. Ich weiss nicht wieso, jedenfalls war auf einmal Pak von uns hier. Zwei Geschütze haben die 3 Panzer unter Beschuss genommen. Der General Lee war sofort ausser Gefecht gesetzt, worauf die beiden T 34 abdrehten und verschwanden. Es war eine Meisterleistung unseres versnobten Seidenhemd-Leutnants.

Die Verpflegung wurde immer knapper. Eines Tages überflogen einige Ju 52 unsere Stellungen und warfen mit Fallschirmen Verpflegungsbomben ab, die der Wind zu den Russen hinüber trieb. Für 5 Mann gab es ein Kommisbrot, 1 kleiner Würfel Margarine und eine Krautsuppe ohne nix. Als einmal ein Pferd des Verpflegungswagens gefallen ist, haben wir sofort Fleischbrocken herausgeschnitten, auf das Seitengewehr gespiesst und auf einem ofenem Feuerl gebraten. Wir hatten kein Fett und kein Salz. Es schmeckte scheusslich, doch der Hunger war zu gross. Am nächsten Tag hatten wir dann die Bescherung. Von dem halbrohen Pferdefleisch hatten wir Dünpfiff, dass wir 10 m gegen den Wind in eine leere Bierflasche hätten treffen können. Der Hunger wurde nicht gestillt, im Gegenteil; ich habe noch weiter abgenommen.

Das Feindfeuer ist ärger geworden und der Druck auf unsere Stellung wurde bedenklich. Wir waren auf einen Sturmangriff gefasst. Dieser blieb aber aus. Es war nur eine moralische Zermürbungstaktik. Aufgefallen ist mir aber, dass rückwerts hinter uns erstmal auf einem ziemlich breitem Frontabschnitt ein gespenstischer Feuerschein zu sehen war. Kurze Zeit später hörten wir schon ein Artillerietrommelfeuer. Das war mir klar, dass hinter uns der Russe eingebrochen war und unser Kessel noch enger geworden ist. Zu Beginn unserer Einschliessung hatte der Kessel einen Durchmesser von 60 km. Da wir schon Feuer der Ari hören können, werden es noch etwa 25 km gewesen sein. Von 3 Feldflugplätzen hatten wir nur mehr einen! Jetzt konnte man sich schon unser Ende ausrechnen.

Es ging schon auf Weihnachten zu. Meine Erfrierungen an den Händen und Füssen wurden immer ärger. Beim Schiessen hatte ich immer den kleinen Finger am Abzug, da die anderen beim Abzugbügel nicht mehr durchgingen. Als der Panjewagen mit der „Verpflegung kam, musste ich aus meinem Loch heraus. Da spürte ich am linken Unterarm einen Schlag. Eine Kugel durchschlug die gesteppte Winterkombination, die Uniform, den Pullover und das Hemd. Mein Unterarm bekam einen oberflächlichen Streifenschuss. Die Verwundung war nicht der Rede wert. Es genügte ein einfacher Kornährenverband. Die Kugel kam hinten am Ärmel wieder heraus. Einen Zentimeter tiefer und Speiche und Elle wären zerschmettert gewesen. Eine Amputation wäre sicher gewesen. In der darauffolgenden Nacht hatte ich Posten und in meinem Schiessbereich kam einer auf meinen Stand zugerannt, sprang zu mir in den Grab und fragte mich: „Gschwind, hast a Messer? Mir habns in Ellbogen zsammgschossn und der Unterarm hängt ma obe und hindert mi beim renna. Geh, schneid man o. Messer habe ich keines bei mir gehabt, nur eine Sanitätsschere, alles andere als steril. Ich schnitt zuerst den Ärmel herunter und dann habe ich gesehen, dass der Unterarm nur an einer Sehne mehr hing. Ich schitt die Sehne durch, er nahm den amputirten Arm und schleuderte ihn mit der Bemerkung „Uhr hab i eh kane obn ghabt in weitem Bogen aus dem Graben. Die Wunde hat auffalend wenig geblutet, vielleicht weil wir wie immer in der Nacht weit mehr als -30° hatten. Ich habe ihm diese grosse wunde verbunden und oberhalb abgeklemmt. Richtig wäre eine Abklemmung unterhalb gewesen, aber da war ja nichts da. Ich zeigte ihm den Weg zum Tross, wo auch der Hauptverbandplatz war. Er sprang aus dem Graben und rannte wie irr Richtung Tross und verschwand in der Nacht. Schmerzen hatte er keine empfunden, denn durch den Schock wird im Gehirn das Empfindungszentrum ausgeschaltet. Eine Selbsthilfe der Natur, was ich an mir selbst erlebte, als mir im Kessel von Danzig der Splitter einer Artilleriegranate die linke Schläfenschlagader zerfetzte und 5 cm im Kopf vor der Hypophyse stecken blieb.

Am 23. Dezember 42 hatten wir einen schweren Abwehrkampf zu bestehen und einen Einbruch der Russen aber verhindert. Unsere Ausfälle waren enorm. Als Verpflegung gab es für uns 1 Kommissbrot für 12 Mann und eine geschmacklose Wassersuppe aus Feldrüben.

Am Heiligenabend, also zum Fest der Christenheit am 24. Dezember 1942, kam ich zu unserem Tross, der sich im festen Erdbunker eingegraben hatte. In diesem Bunker sollte ich warten, bis am Christtag mich ein Fahrzeug zum Flugplatz bringen sollte. Keiner dieser netten Kameraden von Trosss liess mich wohinlegen. In der Mitte des länglichen Bunkers war ein leeres Benzinfass zu einem Ofen umfunktioniert. Das nötige Brennholz haben sich die „Trosskameraden“ in reichlicher Menge aus den Ruinen von Stalingrad geholt. Da ich keinen Platz zum liegen bekam, musste ich die Nacht sitzend auf einem Stockerl vor dem Ofen verbringen. Da ich schon sehr geschwächt war, nickte ich vor Übermüdung ein und fiel auf den glühenden Ofen. Auf der Oberseite meines rechten Handgelenks hatte ich eine tiefe Brandwunde. Trotzdem musste ich meinem Schicksal dankbar sein, denn auf der linken Seite, wo ich mich nicht hinlegen durfte, schlug eine 10 kg Bombe ein. Der Bunker stürzte links ein und alle fünf Mann, die dort lagen, waren tot. Sie wurden buchstäblich zerrissen. Am nächstem Morgen begann die Agnoszierung der Leichen. Welcher abgerissene Fuss, welcher Arm, welcher Brustkorb und welcher Kopf gehört wem? Wir legten die passenden Leichenteile zu den vermutlichen Besitzern, die wir vor dem Bunker nebeneinander gelegt haben. Der Wagen, der mich wegbringen sollte, kam erst am Sonntag den 4. Jänner 1943. Es wurden noch mehrere Verwundete und Kranke abgeholt. Wir wurden zum Flugplatz Bolschaja Raschoschka gebracht. Am Weg dorthin, das Gelände war leicht hügelig, kamen wir am Soldatenfriedhof vorbei. Kreuze soweit das Auge reichte. Es waren tausende und abertausende. Bemerkenswert war, dass jedes Grab ein Kreuz hatte. Das Holz für die Kreuze holte man sich aus den Ruinen von Stalingrad. Luftangriffe waren schon seit Tagen keine. Am Rand des Flugplatzes war ein grosses Zelt für die Abfertigung der Verwundeten und Kranken. In diesem Zelt stand ein Schreibtisch der von gehfähigen Verwundeten belagert war. Hier erfolgte die Einteilung, in welche Maschine jeder kommt. Mit meinen Strohstiefeln konnte ich kaum stehen. So bin ich dann bis zu diesem Schreibtisch gekrochen und um mich bemerkbar machen, habe ich von unten mit der Hand nach oben gegriffen und auf die Tischplatte geklopft. Da sagte einer: „Guck mal, da ist ja noch eener, der wech muss.“ Es wurden dann 2 Luftwaffen-Sanitäter geholt, die mich dann zu den Maschinen schleppten. Alle Maschinen, es waren Kampfbomber He 111, waren schon bummvoll. Man schleppte mich zur ersten Maschine der Staffel, stellte mich zur rechten Tragefläche, wo ich mich am Höhenruder festhielt. Die Seitentür wurde nochmals geöffnet und 2 Mann von der Besatzung zogen mich in die Maschine. Da bis zu den Bombenschächten alles voll war, sagte der Flugzeugführer, ich soll mich in die Kanzel hinter dem MG auf den Polster für den Platz des MG Schützen legen, da nur einer am mittleren Stand das MG bediente. In der Kanzel fliegt sonst keiner mit.

Um 11 Uhr starteten wir. Es war ein prächtiges Wetter, sonnig und -32°C. Unser Verband sammelte sich erst in 4000 m Höhe, um über die Bodenabwehr zu kommen. Untereinander verständigten sie sich mit dem Kehlkopfmikrofon. Neben uns tauchte die rechts hinter uns fliegende Maschine auf und deutete in eine Richtung hinter uns. Aus 4000 m kippte die Maschine über die linke Tragfläche ab, russische Jäger waren hinter uns her. Da erlebte ich die Schwerlogigkeit des freien Falles. Mein körper stieg in der Kanzel zur Decke hinauf und ich wurde ziemlich fest nach oben gedrückt. In 300 m über dem Boden war eine geschlossene Wolkendecke. Da wurde unsere Maschine abgefangen und wir überflogen eine Eisenbahnlinie, der wir im Tiefflug folgten. Wir überflogen auch eine Kolchose, wo im Hof ein Wagen mit Pferdespann beladen wurde. Die arme Rösseln scheuten und stoben davon. Die Eisenbahn führe direckt nach Nowotscherkask, eine Univeritätsstadt. Der Flugplatz war ein einziger Morast, sodass die Räder der Maschinen bis zu einem Viertel versunken sind. Von unseren 7 Maschinen haben 5 den Flugpatz nicht mehr erreicht! Wieder waren es 2 von der Luftwaffe, die mich wie ein Packl Reibsand aus der Maschine schlepten und zur Küche brachten. Der Koch war aus Wien. Er sagte nur zu mir: „Mensch, wia schaust denn du aus? Host an Flamoh (Hunger)? Is do drin in Stalingrad wirkli so oag? Er hat mir sofort zu essen gegeben, was da war. Ich wollte nur endlich einmal ein Butterbrot mit Marmelade. Mein Gesicht war angepatzt wie von einem kleinem Kind. Behalten hab ich das Ganze nicht lange, denn mein Magen war das gar nicht mehr gewohnt. Es waren schon drei Aufrufe zu den Autobussen zum Lazarett zu kommen. Der Koch meinte, dass ich dort immer Zeit hab hinzukommen. Da ist ein junger Leutnant hereingeschlichen gekommen, der mich fragte, ob er laut seines Marschbefehles nach Stalingad hinein fliegen soll? Er habe schon so viel furchbares gehört. Ich sagte ihm, dass es ein Verbrechen ist noch jemanden hineinzuschicken, da es in wenigen Tagen schon aus sein kann. Er soll seine Marschpapiere verschwinden lassen; er hat sie halt verloren. Er soll das melden. Vielleicht wird er wo anders hingeschickt und nicht in den Kessel. Ausserdem vergeht wieder Zeit, wo jede Stunde kostbar ist, wenn etwa der Befehl kommen sollte, dass keine Maschine mehr einfliegen darf, da der Flugplatz vernichtet wurde. Da es 17 Uhr wurde, habe ich einen Bus erwischt, der zum Lazarett 666 fuhr. Dieses Lazarett war im Gebäude der Universität untergebracht. Auf 2 Sanitäter gestützt wurde ich zur Aufnahme zum Chefarzt geführt. Das war ein Wiener. Der sagte nur: „Na Sevas, wie schaun denn sie aus?“ Als ich mich erstenmals in einem Spiegel gesehen habe, wusste ich warum. Mir schaute ein Knochenphantom mit Bart entgegen. 66 kg hatte ich immer. 25 kg hatte ich abgenommen.

Ich kam in einen Krankensaal mit ca. 40 Betten. Es war nach Wochen, dass ich wieder in einem weiss überzogenem Bett liegen konnte. Vorher wurden wir aber gründlichst gereinigt. Von wem? Von 18-jährigen Krankenschwestern. Auf einem Landser kamen 2 Schwestern. Was eine zuerst gewaschen hatte, hat die andere dann nochmals in Arbeit genommen. Inzwischen war ich schon rasiert. Bis 7. Jänner 43 war ich im Lazarett. Dann wurde ich in einen Hilfslazarettzug verladen. Die Fahrt dauerte 5 Tage und ging über Rostow, Jasinowataja nach Dnjepropetrowsk, dem ehemaligen Jekaterinoslaw, benannt nach der Zarin Katharina die Grosse. In der Krankensammelstelle wurden wir zu x-tenmal entlaust. Wieder waren Krankenschwestern emsig um uns bemüht. Es dürfte für sie ein Männerstrip gewesen sein. Es war der 12. Jänner und ich hatte Schwammerln in den Knien. Am 13. Jänner fuhren wir Richtung Krakau, wo wir am 20. 1. 43 ausgeladen wurden. Hier stiegen wir in einen anderen Zug um, nicht ohne vorher entlaust worden zu sein! Wir fuhren über Wien, wo wir auf einem Abstellgeleis 3 Stunden Aufenthalt hatten. Das war im Bahnhof Hütteldorf. Ich habe meine Eltern angerufen, die auch gleich gekommen sind. Es war ein Wiedersehen nach langer ungewisser Zeit, da ja alle Post an mich mit dem Vermerk „unzustellbar zurück zurückgesendet wurde. Die Verlegung in einem Heimatlazarett wurde mir als „Ostmärker„ verweigert. Dafür hatte so ein Schpreusse von einem Stabarzt jeden Deutschen nach Überschreiten der Grenze zum „Altreich in sein nächstgelegene Heimatlazarett entlassen. In Achaffenburg am Main war für mich Endstation. Dort war ich über ein halbes Jahr im Lazarett.

*  *  *

Aus einem Brief

 Ukraine, 12. Jänner 1943

Meine lieben Eltern!

Wenn Ihr dieses Schreiben bekommet, so könnt Ihr beruhigt sein, denn da liegt die Front schon viele hundert km hinter mir. Danket Gott, dass es mir gelungen ist nach Wochen des Hungers und der grössten Gefahren dem Inferno des Kessels von Stalingrad entkommen zu sein und mit dem Flugzeug gerettet werden konnte.

Post habe ich bis heute gar keine bekommen, da die Flugzeuge nur Munition und Verbandmaterial einfliegen können. Also die Sache war so. Nachdem wir Stellungen am Don verlassen mussten, marschierten wir täglich kämpfend über den Don Richtung Stalingard und somit der fast 100%-igen Vernichtung entgegen. Was ich da erlebte und mitmachte, würde Bänder ausmachen. Jedenfalls von unserer Kompanie mit Anfangs 83 Mann war ich zuletzt nur mehr einer der 4 Überlebenden. Meine Uniform war durch Granatsplitter sogar bis aufs Hemd zerfetzt, die Kaputze der Tarnjacke wurde durchschossen, was ich erst später bemerkt habe. Verschüttet wurde ich, als ein Panzer über mein Schützenloch und über mir umdrehte. Der Boden aber war so hart gefroren, dass mir nichts geschehen ist. Das muss in der Zeit um den 23. Dezember gewesen sein. … Dann hatte ich eine Sau! Ich bekam geschwollene Füsse und Beine. Am 24. Dezember ging ich nach hinten zum Regimentarzt, der Erfrierungen 2. und 3. Grades feststellte.

Euer Sohn
Walther Zawodsky

 

Fussbad in Dnjeper

Letzte Stunden vor der ersten Schlacht

Auch nach mehr als 60 Jahren Narben der Erinnerungen bluten.

Walther Zawodsky
mit seine Gemahlin
Marieanne

Walther Zawodsky ein von wenigen, die dem Inferno bei Stalingrad entgingen.